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Ausgleich für den Naturverbrauch
#1
Um den Einstieg in die Diskussion zu erleichtern, geben wir an dieser Stelle die für dieses Thema wichtigen Inhalte aus unserer Multimedia-Anwendung zur frühen Öffentlichkeitsarbeit wider. Zur gesamten Multimedia-Anwendung gelangen Sie hier.
Darüber hinaus stellen wir Ihnen die wesentliche Inhalte unseres Vortrags auf der Antragskonferenz am 16. Dezember 2020 zur Verfügung: Zu den Vortragsfolien geht es über diesen Link.

Ausgleich für den Naturverbrauch
 
Die Natur bahnt sich ihren Weg. Der Spruch ist alt und weise. Trotzdem braucht sie die Hilfe des Menschen: Immerhin hat der ja auch an vielen Stellen in die Natur eingegriffen. Und nicht immer zu ihrem Vorteil. Auch für die Rückholung wird in die Landschaft eingegriffen. Bäume werden gefällt, Flächen versiegelt. Das ist nicht zu vermeiden, um die Rückholinfrastruktur zu bauen.  Nicht nur beim Bau des Betriebsgeländes für den neuen Schacht Asse 5, sondern auch für die Abfallbehandlungsanlage und das Zwischenlager werden Flächen benötigt. Auch wenn diese Maßnahmen erst in späteren Antragskomplexen behandelt werden, möchte die BGE frühzeitig über die gesamten notwendigen so genannten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sprechen.

Der Gesetzgeber hat zum Schutz der Natur hohe Auflagen erlassen. Renaturierung und Aufforstung sind die Stichworte. Wenn an einer Stelle Flächen durch Bebauung zerstört und versiegelt werden, müssen an einem anderen Ort neue Naturräume entstehen, um einen Ausgleich zu schaffen.

Der Eingriff in die Natur und das Landschaftsbild muss vom Verursacher kompensiert werden. Das ist für die BGE nicht neu. Bereits in der Vergangenheit hat sie an viele Stellen zur Verbesserung des Naturzustands beigetragen. Zuletzt wurde in der Gemeinde Cremlingen im Bereich Destedt aufgeforstet – als Ausgleich für den Bau der Bohrplätze für die Erkundungsbohrungen R10 und R11. Teile der Bevölkerung kritisierten,  dass sie zu weit weg vom Ort der Zerstörung liegt. Die aufgeforstete Fläche liegt rund 14 Kilometer von der Schachtanlage Asse II entfernt.

Der Ausgleich über Naturschutzbeiträge sind nicht beliebig. Art, Umfang und Ort der Maßnahmen werden durch die zuständige Naturschutzbehörde festgelegt. Grundlage ist das Bundesnaturschutzgesetz. Das Land Niedersachsen hat hierzu im Internet  umfangreiche Informationen zusammengestellt. Sie finden diese auf der Internetseite des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz.

Die Entscheidungsspielräume für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sind nicht so groß, wie manchmal gewünscht. Manche grundsätzlich gute Idee scheitert am Rahmen des rechtlichen Regelwerks. Die BGE bittet dennoch um Ihre Anregungen. Diese will die BGE gerne aufgreifen, um gemeinsam mit den zuständigen Behörden zu prüfen, welche Maßnahmen mit den gesetzlichen Vorgaben vereinbar und damit auch umsetzbar sind. Sie sind die Expertinnen und Experten für Ihre Region. Dieses Wissen würde die BGE gerne aufgreifen. Denn die Asse soll als lebenswerter Natur- und Lebensraum erhalten bleiben.

Diskutieren Sie mit und sagen Sie uns ihre Meinung!
#2
Zu den Ausgleichs- und Ersatzmaßahmen erreichte uns ein Hinweis per E-Mail. Diesen sollen wir stellvertretend gerne hier zur Diskussion stellen:
 
"Die Maßnahmen sollten in die Region "strahlen" und an vielen Stellen unserer regionalen doch sehr häufig anzutreffenden Agrarwüste wirken. Vielleicht könnte, ähnlich wie beim Assefond, ein Ausgleichsfond geschaffen werden, aus dem langfristige Naturschutz- und
Renaturierungsmaßnahmen gefördert werden. Den sollten möglichst viele Flächeneigentümer nutzen dürfen aber sich zum langfristigen Erhalt der neuen Strukturen verpflichten müssen.
Eine zweite Idee wäre die Schaffung eines Bitopverbundsystemes. Wir haben regional sehr interessante Wald- und Landschaftsstrukturen für Tier- und Pflanzenarten aber es fehlen häufig die verbindenden Strukturen.
#3
Folgende Anregung hat uns per E-Mail erreicht. Den Beitrag möchten wir der Diskussion gerne hinzufügen.

"Ich möchte anregen, dass die notwendigen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen in Kooperation mit der örtlichen Landwirtschaft geplant und durchgeführt werden, um z.B. sog. „produktionsintegrierte“ Maßnahmen auf den heimischen Äckern zu fördern. Die örtliche Landwirtschaft leidet unglücklicherweise auch unter dem Makel „Asse-Schacht“ und befürchtet einen Imageschaden für die erzeugten Produkte auf Grund vermeintlicher Vorbehalte gegenüber Radioaktivität. Daher wäre einerseits eine gemeinsame naturschutzfachliche Aufwertung bzw. Auflockerung der örtlichen Landwirtschaftsflächen von Vorteil und andererseits gezielte finanzielle und ideelle Förderung der landwirtschaftlichen Urproduktion um die Asse herum eine zielführende Maßnahme."
#4
Ist es denkbar, als Ausgleichsmassnahme, dass die BGE sich z. B. am Nationalpark Harz beteiligt? Ich denke da an die Beschäftigung von Nationalpark-Ranger oder auch den Ankauf von Waldgrundstücken, um den Nationalpark zu vergrößern. Beides wäre natürlich sehr zu begrüßen.
#5
Kann es sein, daß es in diesem Forum kein Feedback gibt?
#6
Vielen Dank für Ihren interessanten Vorschlag, den wir natürlich wahrgenommen haben. Das Forum soll dazu anregen, in größerer Runde über die eingereichten Vorschläge zu diskutieren. Leider gibt es zu Ihrem Vorschlag noch keine Rückmeldungen. Wir werden Ihren Vorschlag daher mit in die Online-Konferenz am 26. März nehmen und dort auch noch einmal zur Diskussion stellen. Wir laden Sie ebenfalls herzlich zur Teilnahme ein. Weitere Informationen finden Sie in folgender Meldung: https://www.bge.de/de/aktuelles/meldunge.../540-asse/
 
Derzeit ist es uns darüber hinaus noch nicht möglich, Ihren Vorschlag abschließend zu bewerten. Jedoch werden wir diesen wie alle anderen unterbreiteten Vorschläge prüfen und eine Einschätzung zur Genehmigungsfähigkeit und Umsetzbarkeit vorlegen, sobald uns dies möglich ist.
#7
Es wäre hilfreich für ein moderiertes Forum, wenn Feedback gegeben wird ohne danach fragen zu müssen. Erst dann können Diskussionen entstehen.
#8
Ein weiterer Beitrag hat uns per E-Mail erreicht. Diesen möchten wir ebenfalls gern zur Diskussion stellen:

"Als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen schlage ich vor, den kompletten Elm unter Naturschutz zu stellen, ebenso die Ländereien rings um den Autobahnanschluss Scheppau der A39 und ferner dort einen neuen Wald zu planzen sowie die Flächen zwischen Weddel und Riddagshausen vollständig unter Naturschutz zu stellen. Außerdem sollte die Bahnlinie Schöppenstedt - Schöningen reaktiviert werden und durch einen Neubau bis nach Helmstedt verlängert werden und dort für einen regelmäßigen (mind. stündlichen) Nahverkehr Sorge getragen werden."
#9
Also die Idee mit der Reaktivierung der Bahnstrecke von Schöppenstedt nach Schöningen und noch weiter trage ich voll und ganz mit. Sie wird eh benötigt um die Gesteinsmassen, die bei dem Bau des Rückholbergwerkes entstehen, zum Tagebau Schöningen zur Entsorgung zu transportieren.
Von der Idee den Elm unter Naturschutz zu stellen halte ich jedoch nichts. Der Elm ist Waldfläche, vor was soll er geschützt werden?
Einen neuen Wald entlang der A39 höhe AK WOB/Kgsl befürworte ich jedoch!


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