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Umgang mit den Gesteinsmassen
#1
Um den Einstieg in die Diskussion zu erleichtern, geben wir an dieser Stelle die für dieses Thema wichtigen Inhalte aus unserer Multimedia-Anwendung zur frühen Öffentlichkeitsarbeit wider. Zur gesamten Multimedia-Anwendung gelangen Sie hier
Darüber hinaus stellen wir Ihnen die wesentliche Inhalte unseres Vortrags auf der Antragskonferenz am 16. Dezember 2020 zur Verfügung: Zu den Vortragsfolien geht über diesen Link.

Umgang mit den Gesteinsmassen

Im Bergbau werden Rohstoffe aus dem Erdinneren herausgeholt und verwertet. Aber nicht alles Gestein, das aus dem Berg geholt wird, ist ein verwertbarer Rohstoff.  In der Sprache des Bergbaus heißt solches Gestein „Haufwerk“. Das Haufwerk muss gelagert oder anderweitig entsorgt werden.

Auch im Rahmen der Rückholung der radioaktiven Abfälle aus der Schachtanlage Asse II wird Haufwerk anfallen. So etwa beim Bau des neuen Schachtes Asse 5, beim Bau, dem Auffahren, der Verbindungsstrecken zum Bestandsbergwerk sowie beim Ausbau des Rückholbergwerks. Die BGE will das Volumen des Haufwerks möglichst klein halten. Dennoch werden insgesamt rund 700.000 Kubikmeter Gestein als Haufwerk erwartet. Das entspricht einem Würfel mit einer Kantenlänge von rund 90 Metern. Der überwiegende Teil wird Salz sein. Ein geringer Teil wird aus den Gesteinen des Deckgebirges bestehen. Dazu gehören zum Beispiel Buntsandstein oder Muschelkalk.

Gesteine, die nicht weiterverwertet werden, werden manchmal zu künstlichen Bergen aufgeschüttet. Sie heißen in der Sprache des Bergbaus „Halde“. Halden müssen überwacht werden, denn Regen und Wind tragen Material in die Umgebung. Bei einer Salzhalde kann das Salz in umgebende Gewässer oder ins Grundwasser gelangen. Der Salzgehalt kann gefährlich ansteigen und Tiere und Pflanzen gefährden. Wir die Halde aufgeschüttet, soll dieser  künstliche Berg in die Landschaft integriert werden, dass er möglichst attraktiv oder ein wenig „unauffällig“ ist.

Nicht immer kann das Haufwerk vor Ort eingesetzt werden. Anderswo kann es aber nutzbringend verwertet werden. Es wird benutzt, um alte, ausgebeutete Bergwerke wieder zu verschließen. Das ist nicht nur eine praktische Lösung zur Vermeidung von Halden, es verringert auch ein Absacken des Geländes über den alten Bergwerken.
Manche Halden werden erst aufgeschüttet und später wieder abgetragen. Zum Beispiel liegt ein großer Teil der Halde Ronnenberg bei Hannover, von der diese Bilder stammen, heute in der Schachtanlage Asse II. Das Salz aus Ronnenberg wurde von 1995 bis 2004 in die Asse gebracht, um das Bergwerk zu stabilisieren. Das Salz wurde in die Kammern mit Hilfe eines Luftstroms eingeblasen. Die dabei eingeschlossene Luft entwich mit der Zeit und das Material sackte zusammen. An der Kammerdecke bildeten sich neue Hohlräume, sogenannte Firstspalte. Diese werden nun aufwändig mit einem speziellen Beton auf der Basis von Salz verfüllt, um das Bergwerk weiter zu stabilisieren.  Insgesamt wurden rund 2,1 Millionen Tonnen Salz zur Asse transportiert. Das entspricht einem Haufwerksvolumen von rund 1,5 Millionen Kubikmeter.

Andere Halden bleiben für immer. Sie verändern also auf Dauer das Landschaftsbild. Im Ruhrgebiet ist das zu sehen. Hier werden Halden zu Hügeln begrünt. Sie sind zur Aussichtsplattform oder zum Freizeitgelände geworden.
Obere Bodenschichten können auch wieder zur Renaturierung genutzt werden. Dies wird zum Beispiel bei den Erkundungsbohrungen Remlingen 10 und Remlingen 11 umgesetzt. Hier werden temporäre Bohrplätze errichtet. Der abgetragene Boden wird neben dem Bohrplatz aufbewahrt. Nach Ende der Arbeiten wird das Material wieder an seinen Platz zurück gebracht und die Fläche renaturiert.

Für  den Bau des neuen Schachtes und neuer Grubenräume müssen größere Mengen Gestein aus dem Berg geholt werden. Sonst  kann die für die Rückholung notwendige Infrastruktur nicht aufgebaut werden. Doch was soll mit dem sogenannten Haufwerk passieren?

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#2
Stichwort "Green Mining" bzw "Green Filling" , siehe weitere Themen des Rückhol-Plans


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